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EHEC: Herausforderung auch für die Gesetzgebung

Der Ausbruch des EHEC-Erregers hat die für die Lebensmittelsicherheit verantwortlichen Behörden Deutschlands und der Europäischen Union auf eine harte Probe gestellt. Die Revision des Lebensmittelgesetzes in der Schweiz bietet die Gelegenheit, daraus die richtigen Lehren zu ziehen.



Gurken-Fehlalarm

Zuerst waren spanische Bio-Gurken schuld. Nachdem die deutschen Behörden auf Bio-Gurken aus Spanien einen Erreger gefunden hatten, verbreitete die EU-Kommission diese Meldung über ihr Frühwarnsystem RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed) in ganz Europa. Schlagartig brach der Absatz von spanischem Gemüse zusammen. Später stellte sich heraus, dass es sich im Fall der verdächtigten Bio-Gurken zwar tatsächlich um Escherichia coli - Bakterien gehandelt hatte, allerdings nicht um die gesuchten, besonders gefährlichen enterohämorrhagischen E. coli - Erreger (EHEC). Daher wurde die Verzehrwarnung vor Gurken aus Spanien schliesslich kleinlaut wieder aufgehoben.

Sprossen-Verdacht

Dann gerieten Sprossen ins Visier der untersuchenden Behörden. Mittels einer detektivischen Spurensuche konnten die Epidemiologen den EHEC-Erreger bis zum „Gärtnerhof“ in Niedersachsen zurückverfolgen, einem Biobetrieb in der idyllischen Lüneburger Heide. Wohlgemerkt: der EHEC-Erreger wurde bislang nicht positiv auf Sprossen vom „Gärtnerhof“ nachgewiesen, sondern konnte lediglich anhand einer Indizienkette bis dorthin zurückverfolgt werden. Zudem ist nach wie vor ungeklärt, wie der EHEC-Erreger überhaupt auf die Bio-Sprossen kommen konnte. Via organische Dünger?  Oder durch verunreinigtes Wasser? Andere Spekulationen reichen von Biogasanlagen als Erreger-Quellen bis zu kontaminiertem Saatgut.

Husec 41 oder O104:H4?

Immerhin konnten Wissenschafter mittlerweile das Erbgut des EHEC-Erregers entschlüsseln. Noch sind sich die Forscher aber über die Herkunft des Erregers uneins. Während die eine Gruppe um das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf glaubt, dass es sich um einen völlig neuen und „supertoxischen Erreger“ handelt, geht die andere Gruppe aus Münster und Berlin davon aus, es mit einem zwar genetisch modifizierten, aber im Prinzip „alten Bekannten“ aus der Familie der E. coli zu tun zu haben. Je nachdem wird der entschlüsselte Erreger denn auch entweder Husec 41 oder O104:H4 genannt. Trotz der erfolgreichen Sequenzierung des Erreger-Genoms können die Wissenschafter noch immer nicht erklären, wie Husec 41 oder eben O104:H4 in die Lebensmittelkette geraten konnte. Manche Forscher befürchten, dass ähnlich wie bei früheren EHEC-Ausbrüchen auch diesmal die Quelle des EHEC-Erregers möglicherweise nie gefunden wird. Ein solches Szenario würde aber das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in die Sicherheit der Lebensmittelkette erschüttern. Dies könnte insbesondere die Biobranche mit anhaltenden Umsatzeinbussen zu spüren bekommen.

Mehr Daten!

Grund für das Risiko, dass die Quelle des EHEC-Erregers möglicherweise unentdeckt bleiben könnte, ist die hochkomplexe Struktur der modernen Lebensmittelkette. Eigentlich ist ja das Bild von einer einzigen Lebensmittelkette unpräzise: in Wirklichkeit haben wir es mit einem Netzwerk ineinander verwobener Lebensmittelketten zu tun, in welchem sich Distributionskanäle von konventionell und biologisch produzierten Produkten im Raum überlagern. Sind Gurken und Sprossen erst einmal zu Convenience Food verarbeitet, ist nur mehr schwer feststellbar, ob sie aus der Lüneburger Heide oder aber aus Spanien kommen. Diese schier unüberblickbare Komplexität des heutigen Lebensmittel-Distributionsnetzes stellt die Lebensmittelsicherheit vor neuartige Herausforderungen. Eine Lehre aus der EHEC-Krise könnte darin bestehen, in präventiver Weise möglichst viele Daten über die verschiedenen Verästelungen des Lebensmittelnetzwerks zu sammeln, um im Krisenfall rasch den Erreger identifizieren und dessen Quelle orten zu können. Eine neue Bestimmung des sich in Revision befindlichen schweizerischen Lebensmittelgesetzes (LMG) zielt in diese Richtung. In Artikel 63 des Revisionsentwurfs zum LMG wird vorgeschlagen, ein neues Informationssystem für das ganze Lebensmittelnetz aufzubauen. Mit dieser Neuerung würde eine wichtige Erkenntnis aus der EHEC-Krise umgesetzt: je schneller Informationen über einen Erreger und das von ihm kontaminierte Segment des Lebensmittelnetzes verfügbar sind, desto grösser ist die Chance, dessen Spur bis zur Quelle zurückverfolgen und seine Übertragungswege unterbrechen zu können.

Verfasser: Michael Burkard (MB)



Druckversion title=DruckversionBB[23. Jun. 2011] Weiterempfehlen Weiterempfehlen


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