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Rinderwahnsinn - BSE -
Bovine Spongioforme Enzephalopathie


Teil IV: Kommentar


Inhalt


Kommentar (aus der Sicht von foodnews)

Vom Pflanzenfresser zum Kannibalen

Nach allem, was man bis heute weiss, konnte sich BSE ausschliesslich aufgrund der angewandten Fütterungspraktiken so weit und so schnell verbreiten. Die Frage ist daher sicher legitim, wie es dazu kommen konnte, reine Pflanzenfresser, wie es die Rinder nun einmal sind, mit tierischen Bestandteilen, die dazu noch aus der gleichen Gattung stammen, zu füttern. Oder, um es etwas überspitzt zu formulieren: Man hat mit den Fütterungspraktiken reine Pflanzenfresser zu Kannibalen gemacht.

Wer hätte diese schwerwiegenden Folgen aber voraussehen können? Wie konnte dies geschehen und wer trägt die Schuld an dem heutigen Debakel?

Sicher kann man gewisse Kreise nicht vollständig aus der Verantwortung entlassen, doch nützen Schuldzuweisungen in diesem Falle nicht viel. Immerhin war diese Praxis erlaubt und hat sich, soweit dies heute erkennbar ist, innerhalb des gesetzlichen Rahmens abgespielt. Damit sind wir als Teil unserer (demokratischen) Gesellschaft bis zu einem bestimmten Grade alle mitverantwortlich. Nur die konsequenten Vegetarier können sich in diesem Fall der Verantwortung entziehen.

Die Verfütterung von Tierprodukten hat ihre Gründe:

Der Konsum von Fleisch ist in den vergangenen Jahren stets gestiegen. Vor allem die Nachfrage nach den beliebteren Fleischstücken (Entre-côtes, Filets) hat stark angezogen. Der mengenmässig überwiegende Teil des Rindes bleibt dadurch liegen und verursacht immense Entsorgungsprobleme. Mit der Herstellung von Tiermehl konnten diese zum Teil entschärft werden. Ferner konnte man durch das Recycling auch Futterkosten sparen und vermeintlich einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Dieser Recyclinggedanke ist an sich eine gute Sache und steht allgemein hoch im Kurs. Wie wir nun aber alle schmerzlich lernen mussten, gibt es offenbar auch hier Grenzen. Doch wer legt die Grenzen nach welchen Kriterien fest? Müssen wir aufhören, Fleisch zu essen?

Dies mag für einige sicher die Lösung sein. Dagegen ist sicher auch nichts einzuwenden. Dennoch sollte der Genuss von Fleisch aus verschiedenen Gründen nicht einfach verteufelt werden. Vielleicht müssen wir aber einfach ganz generell bewusster konsumieren. Vielleicht müssen wir uns auch wieder vermehrt mit der Frage befassen, wie wir mit unseren Ressourcen, der Natur und vor allem auch mit unseren Nutztieren umgehen.

Sicher können und wollen wir das Rad der Zeit nicht zurückstellen. Aber etwas mehr Bewusstsein in unserem Denken und Handeln könnte vielleicht nichts schaden.



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RB / 13.5.2004 / Seitenaufrufe: (Autor: Dr. Bruno Baumann)

Last update: 05.11.2004

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