Flegel arbeitete bereits ab den 1580er Jahren in der Werkstatt des niederländischen Malers Lucas van Valckenborch in Linz, wo er als "Bildstaffierer" tätig war. Das heisst, er war damit beschäftigt, in grossformatige Gemälde von Tafelgesellschaften sowie Markt- und Gartenstücken Früchte, Gemüse und Blumen einzufügen. Um 1592/93 wurde die Werkstatt in die wohlhabende Messe- und Handelsstatt Frankfurt a/M. verlegt. Er erwarb 1597 das Bürgerrecht und blieb bis an sein Lebensende in dieser Stadt. Um 1600 wandte sich Flegel ganz der neuentstehenden Bildgattung des Stillebens zu (Der Begriff "Stilleben" kam erst Mitte des 17. Jahrhunderts auf.).
Er arbeitete viel mit dem Flamen Lucas van Valckenborch zusammen. Er schuf mehr als 70 Stilleben und darüber hinaus mehr als 110 Aquarelle.
Flegel gilt als der wichtigste Repräsentant des frühneuzeitlichen Stillebens in Deutschland. Er hat unter niederländischem Einfluss einen eigenen Stil entwickelt. Sein Werk hebt sich durch malerische Qualität und erfindungsreiche Komposition deutlich von dem seiner Zeitgenossen ab. Flegel spezialisierte sich auf sog. Schauessen, Bankett- und Frühstücksstilleben sowie Blumenstücke.
BB / 18.8.2004 - Last update: 04.05.2005 Autor: Dr. Bruno Baumann / Seitenaufrufe: 8280